Johannes Blog

USA-Urlaub 2007 – öffentlicher Nahverkehr und Sicherheit

Da ich allein und ohne PKW unterwegs war hat der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) einen großen Rolle bei meiner Reise gespielt. Den ersten Kontakt hatte ich in Boston am Airport, wo man zwar Ticket für die -T- kaufen konnte, es jedoch kein Schild gab, wo die Haltstelle war. Erst nach einigem Nachfragen habe ich den Bus zur -T- gefunden. Die Preise waren in Boston wie auch in den anderen Städten unschlagbar. Eine Wochenkarte war überall für unter $25 zu haben…man bedenke dass ich von München-Innenstadt zum Airport für eine einfache Fahrt bereits 8,- EUR berappt habe…

Allerdings war die -T- auch nicht mit einer S-Bahn zu vergleichen:

U-Bahn Boston - T

düsterer Bahnhof

In den Bahnhöfen war es höllisch laut, auf jeder Linie fuhren andere Fahrzeuge in die man zum Teil vom Gleisniveau hochkraxeln musste. So stelle ich mir die Moskauer U-Bahn 1950 vor… Der Boden bestand aus gestampfter Erde und die Stromschiene lag auch offen da. War man allein auf so einem Bahnsteig hatte man schon manchmal Bedenken um die eigene Sicherheit.

Problematisch in Boston war auch, dass wenn man einen Eingang zur -T- gefunden hatte, nicht zwangsläufig zum richtigen Gleis gelangte. Der Zugang zur anderen Fahrtrichtung lag oft auf der anderen Straßenseite. Blöd wenn man für jeden Ride zahlen muss.

Es gab auch schon modernisierte Bahnsteige…

mordernisierter Bahnsteig Boylston

…scheinbar ist die Lüftung noch nicht fertig geworden.

In New York dagegen fühlte ich mich wohler, da hier die Wagen moderner waren, wenn auch genauso laut. Einen richtigen Fahrplan gibt es nicht, jedoch wartet man selten allein. Nachts nutzt man am Besten die „Off hour waiting areas“ so kann man sich auch im obersten Teil Manhattans sicher fühlen.

Die Sauberkeit lies in Boston wie in New York stets sehr zu wünschen übrig. Trotz der gigantischen Mülltonnen lag viel Unrat in den Wägen und auf den Bahnsteigen.

Im krassen Gegensatz dazu steht Washington D.C.: Hier ist alles wie geleckt, sogar Teppichboden in den moderen Zügen. Alle Ubahnhöfe sind indentisch aufgebaut, so dass man sich überall zurecht findet.

Ubahn Metro Washington

Ubahn Metro Washington

Problematisch war nur die Busfahrt zum Airport: Bushaltestellen sind mit einem etwa Postkarten großen Schild gekennzeichnet. Am L’Enfant Platz war ich dann froh das Schild der Linie 5A gefunden zu haben. Es stellte sich heraus, dass der Bus hier nur am Sonntag hält. Einen halben Block weiter die nächste Haltstelle: Samstagshaltstelle…nochmal 100m weiter geschafft die Haltstelle für Werktage. Natürlich war der Bus jetzt weg und ich musste eine Stunde warten…

Bushaltstelle Dulles Airport

Besonders an einem 200m langen Bussteig übersieht man so ein Schild gerne.

Sicherheit

In Washington und New York habe ich mich relativ sicher gefühlt. Jedoch war ich überrascht, dass ich mir überhaupt Gedanken um meine Sicherheit gemacht habe. Irgendwie dachte ich das Gangsterklischee kommt eher aus Hollywood als aus der Realität. In New York gab es besonders nördlich von Downtown Gegenden die wir abends schnell wieder verlassen haben. Jedoch gab es auch unweit der Wall St. Penner in Hauseingängen.

In Boston hingegen habe ich mich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr auf der Strasse aufgehalten. Hier gab es sehr viele bettelnde Obdachlose und anderes „Gesindel“, die mir nicht ganz geheuer waren. Das schlechte Wetter hatte dann sein übriges dazugetan.

Philadelphia empfand ich anfangs als recht sicher, nachdem aber die Geschäfte entlang der Market St um 19:00 Uhr geschlossen waren und nur noch dubiose Gestalten unterwegs waren vermied ich es auch hier abends noch spazieren zu gehen. Am nächsten Tag erfuhr ich, dass unweit meines Hostel 7 Menschen erschossen wurden. In der Zeitung wurde berichtet, dass damit die „Rekord-Mordrate“ des letzten Jahres überschritten wurde (140 Morde bis zum 22.April)

Erstaunt war ich über die vielen Polizisten und polizei-ähnlich uniformierten Securities, die wirklich an jeder Ecke standen. So musste man sich auch in jedem Museum und jeder Ausstellung, auch in einigen Geschäften wie am Flughafen durchleuchten lassen.

Trotzallem konnte ich den Urlaub genießen, mir ist jedoch auch klar geworden, dass ich unter diesen Bedingungen nicht dauerhaft leben wollte.
Vielleicht ist das auch der Grund warum jeder Ami in seinem „Panzer“ durch die Gegend fährt und vermeidet öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen

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2 Responses to “USA-Urlaub 2007 – öffentlicher Nahverkehr und Sicherheit”

  1. Hans Says:

    Das mit dem Ganstercliche in New York und Washington D.C. ist nicht aus Hollywood. Es werden in Washington D.C. jede nacht durchschnittlich 1,3 Menschen umgebracht. Als Tourist bekommst Du das einfach nicht so mit oder kommst nicht in Gegenden wo das passiert. Wir haben selbst lange in Washington D.C. gelebt und es passiert praktisch jede Nacht etwas. In Deutschland wird das mit seiner „multikulturellen Gesellschaft“ nicht anders werden.

  2. AlexM Says:

    Your blog is interesting!

    Keep up the good work!

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